Sie sind hier: Aktuell

10-Punkte-Plan zur Prävention und Bekämpfung des Crystal-Konsums muss überarbeitet werden - Überlebenshilfe und Schadensreduzierung muss verankert werden

Der von der sächsischen Staatsregierung im Mai 2014 vorgelegte 10-Punkte-Plan zur Prävention und Bekämpfung des Crystal-Konsums in Sachsen muss aus Sicht der GRÜNEN überarbeitet werden. Dazu erklärt Christin Melcher, Landesvorstandssprecherin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Sachsen anlässlich des Weltdrogentages am 26.06.:

"Wir fordern die Aufnahme der 4. Säule der Drogenpolitik, Überlebenshilfe und Schadensreduzierung, in den 10-Punkte-Plan. Für Substanzkonsumenten und -konsumentinnen sind niedrigschwellige Kontaktläden, Notschlafeinrichtungen und Drogenkonsumräume wichtige Einrichtungen der Überlebenshilfe. Es macht einen enormen finanziellen, sozialen und medizinischen Unterschied, ob Konsumentinnen und Konsumenten Zugang zu sterilen Spritzen haben, Drogen unter hygienischen Bedingungen konsumieren und jederzeit eine medizinische Notfallversorgung zur Verfügung steht, oder der Konsum unter infektionsstiftenden und gesundheitsgefährdenden Bedingungen stattfindet und gar kriminalisiert wird. Ein Ziel dieser Einrichtungen ist die Heranführung der betroffenen Menschen an weitere Hilfeleistungen."

Der 10-Punkte-Plan der Staatsregierung berücksichtigt lediglich die Säulen Prävention durch Information, Beratung und Behandlung sowie Repression. Der Plan fällt damit auch weit hinter die nationale Strategie zur Drogen- und Suchtpolitik der Bundesregierung zurück.


Pressemitteilung 2017-41 vom 23.06.2017