Ein naturnaher Wald gewährleistet dauerhafte Einkünfte
Donnerstag, 20. August 2009
Heute wird aus rein wirtschaftlichem Interesse der Wald durch übermäßige, nicht nachhaltige Holzentnahmen gefährdet. Da über Jahrzehnte hinweg einseitig in den Gebirgslagen mit Fichten und in den sandigen Heidegebieten mit Kiefern aufgeforstet wurde, gibt es in Sachsen heute häufig Monokulturen.
Wir wollen mit einer Novelle des Sächsischen Waldgesetzes einen naturnahen Wald fördern, mit weniger Bäumen auf der Fläche aber verschiedenen Alters, durchsetzt von freibleibenden Flächen mit Sträuchern. Das soll der Waldwirtschaft ein dauerhaftes Einkommen sichern. Damit naturnahe Waldbewirtschaftung zusätzliche Arbeitsplätze schafft, wollen wir den Aufbau eines regionalen effizienten Vertriebes und die Verwendung von Schwachholz zur Energieerzeugung fördern.
Wir begrüßen das sächsische Aufforstungsprogramm für Laubmischwald. Vorrangig sollen Flächen in den Quellgebieten der Mittelgebirge (Hochwasserentstehungsgebiete) sowie stark erosionsgefährdete Flächen bewaldet werden. Darüber hinaus wollen wir Auenwald in den Retentionsgebieten der Flussauen fördern. Leider ist die Waldförderung gegenwärtig einseitig auf Holzplantagen mit hoher Pflanzdichte von Edelholzbäumen ausgerichtet. Damit werden diese Neupflanzungen für den Naturschutz stark entwertet. In den Braunkohlefolgelandschaften soll die Sukzession, das heißt der natürliche Wildaufwuchs von Bäumen und Sträuchern, Vorrang haben. Eine Aufforstung auf artenreichen Bergwiesen des Erzgebirges lehnen wir ab.
Wir fordern aber auch eine strenge staatliche Kontrolle der derzeitigen Waldbewirtschaftung, Kahlschläge über 0,5 ha dürfen nicht mehr zugelassen werden. Mindestens zehn Prozent der Altbäume eines Schlages sind zu belassen. Die natürliche Verjüngung ist gegenüber Neupflanzungen zu fördern. Der Klimawandel mit seinen Folgen wie Zunahme von Wärme und Temperaturextremereignissen, starken Stürmen, Trockenperioden und Starkniederschlägen stellt neue Anforderungen an die Auswahl der Gehölze. Daher sollen nur standort- und weitestgehend klimagerechte Arten gepflanzt werden.
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN streben eine umfassende Zertifizierung der umfangreichen Staatsforste nach dem international bedeutsamen FSC-Standard an. Dieser berücksichtigt soziale und Naturschutzaspekte und wird von der Stadt Chemnitz bereits angewandt.
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warum favorisieren Sie für den Staatswald eine FSC-Zertifizierung? Mit welchen Argumenten begründen Sie das? Im Moment ist der sächsische Staatswald PEFC zertifiziert?
Beste Grüße
Kühling
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diese Frage wurde innerhalb der Partei in Vorbereitung unseres Wahlprogrammes ebenfalls stark diskutiert (insofern stellten Sie also eine sehr "grüne" Frage). Vielleicht etwas verkürzend möchte ich Ihnen darauf antworten, dass sich die Mehrheit der Partei der Kritik wie sie - verallgemeinernd - unter http://de.wikipedia.org/wiki/Programme_for_Endorsement_of_Forest_Certification_Schemes#Kritik zusammengefasst wird. Die Kritik am FSC-Standard (insbesondere der bürokratischen Regelungen) erkennen wir an, halten es in der Gesamtbetrachtung aber dennoch für die bessere der beiden Varianten.
Herzliche Grüße
Till Käbsch
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