Im Schienenpersonennahverkehr Sachsens liegt Einiges im Argen
Donnerstag, 6. August 2009
Wirrwarr verschiedenster Tarife und Übergangszonen in ganz Sachsen, kein Fahrkartenkauf in den Zügen der Deutschen Bahn (DB), schlechte Bedingungen für die Mitnahme von Fahrrädern bei der DB, schlechtes Baustellenmanagement, Übelkeit verursachende Neigetechnik und kaputte Toiletten in den DB-Zügen Westsachsens: im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) Sachsens liegt Einiges im Argen.
Viele wissen nicht einmal, wer in Sachsen über Tarif, Haltestellen und Takte des SPNV entscheidet und bei wem sie sich darüber beschweren müssen. Das spricht für sich - Transparenz ist hier bislang nicht gewollt!
Derzeit ist Sachsen in mehrere Verkehrszweckverbände aufgeteilt, deren Grenzen mitten durch wichtige Nahverkehrslinien und sogar Landkreise verlaufen. Diese Zweckverbände werden von den jeweils beteiligten Landkreisen und kreisfreien Städten gebildet. Alle Entscheidungen treffen Landräte und Oberbürgermeister gemeinsam mit einigen wenigen Vertretern der Kreistage und Stadträte. De facto sitzen in den Verkehrsverbünden hauptsächlich VertreterInnen der CDU und – im Unterschied zu sachsenweiten Wahlergebnissen – nur wenige Abgeordnete anderer Parteien. Entsprechend ist die Politik der Zweckverbände oft zu stark an den Interessen der beteiligten Unternehmen ausgerichtet, besonders an denen der Deutschen Bahn. Leider fungiert das Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr überhaupt nicht als Korrektiv.
Wir wollen Sachsens Verkehrslandschaft neu ordnen – als Voraussetzung dafür, den SACHSENTAKT 21 einführen zu können. Im Zentrum sollen die Interessen derjenigen stehen, die mit Bus und Bahn fahren wollen! Dazu muss der SPNV sachsenweit und viel transparenter als bisher organisiert werden. Wir wollen, dass die Fahrgäste der Bahn eigene Vertretungen mit guten Kontrollrechten bekommen und dass Dienstleistungswüsten verschwinden. Stetige Finanzierung eines hochwertigen Nahverkehrsangebotes und gute, ökologisch orientierte Dienstleistungen für die Nutzer: So bietet der Nahverkehr eine echte Alternative zum Auto und wird gleichzeitig zur Wachstumsbranche!








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