Sie sind hier: Aktuell

Klimaschutz für Sachsen: Notwendigkeit und Chance

Dienstag, 18. August 2009

Stellen Sie sich vor, die Lausitzer Seen würden allmählich austrocknen und ihre Umgebung sich in eine Steppe verwandeln. Im Erzgebirge bliebe immer öfter der Schnee aus und der Wintersporttourismus käme in Schwierigkeiten. Das barocke Dresden würde im Sommer von Touristen gemieden, weil die Hitze in der Stadt viel zu groß ist…

„Alles Schwarzmalerei“, meinen Sie? Nun, dieses Szenario für das Jahr 2050 haben wir uns nicht ausgedacht. Es basiert auf einer Studie des sächsischen Umweltministeriums aus dem Jahr 2005. Und es handelt sich nicht einmal um ein Negativ-, sondern um ein Positiv-Szenario: Die Studie geht nämlich davon aus, dass die Industrieländer es schaffen, den Anstieg der mittleren Jahrestemperatur auf zwei Grad zu begrenzen. Aber selbst dann werden Nord- und Ostsachsen im Sommer unter Wassermangel leiden, die mittleren Temperaturen werden landesweit besonders im Winter ansteigen und
die Anzahl der Unwetter wird zunehmen.

Der Klimawandel beschleunigt sich dramatisch und dennoch tut Sachsen zu wenig dafür, dass seine Ausmaße in Grenzen gehalten werden. Der so genannte „Aktionsplan Klima und Energie“ der Staatsregierung ist nur ein Feigenblatt. Statt eine Politik der nachhaltigen CO2-Reduzierung zu betreiben, haben CDU und SPD dafür gesorgt, dass der Ausstoß des
Klimakillers Nr. 1 – der Braunkohle – in den nächsten Jahren sogar noch kräftig steigen wird. Die Große Koalition hat Politik für den Energieriesen Vattenfall gemacht, aber nicht für das Klima! Wer weiter auf die Braunkohle als wichtigsten Energieträger setzt, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt.

Die sächsischen GRÜNEN wollen, dass der Freistaat eine klimapolitische Vorreiterrolle einnimmt. Die CO2-Emissionen müssen bereits mittelfristig deutlich herabgesetzt werden. Langfristig müssen wir eine Reduktion um über 80 % erreichen.

Die konsequente Umsetzung dieser Klimaschutzziele bietet für Sachsen auch große wirtschaftliche Zukunftschancen. Der Irrglaube, dass Umweltschutz der Wirtschaft schade, ist vielfach widerlegt. Eine weitsichtige Klimapolitik hilft katastrophale Schäden abzuwehren und schafft neue Marktchancen und Arbeitsplätze. Über 80 % des heutigen Strombedarfs könnten wir bereits 2020 aus erneuerbaren Energien gewinnen. Sächsische Umwelttechnologie-Unternehmen sind heute Weltmarktführer. Diese Position müssen wir weiter ausbauen. Schon heute arbeiten mehr als dreimal so viele Menschen im Bereich der erneuerbaren Energien wie in der Braunkohle. Energiesparen durch Gebäudesanierungen schafft Arbeitsplätze im Handwerk.

Gerade in wirtschaftlich schweren Zeiten gilt es, auf die Technologien der Zukunft zu setzen. Wenn eine Branche erfolgreich ist, muss man nachlegen statt zu bremsen!

Für uns GRÜNE ist konsequenter Klimaschutz in Sachsen auch eine Frage der Ethik, denn Klimaschutzpolitik ist neben der Abschaffung von Hunger und Armut ein notwendiges Element einer gerechten Globalisierung. Wir haben die Erde tatsächlich nur von unseren Kindern geborgt. Deshalb müssen wir alles tun, um sie lebenswert zu erhalten.

Erfahren Sie mehr über GRÜNE Ideen zur Energiewende und Klimaschutz


Kommentare

Keine Kommentare

Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*




*
Jetzt spenden und GRÜNE stärker machen
Jetzt anmelden zu All inclusive - Wege zu einer Schule für alle
Programm und Anmeldung zur GRÜNEN Frauenkonferenz Sachsen am 28. August in Leipzig
Sachsen hat immer noch zu viele Schulruinen
Atomkraft: Schluss jetzt! Großdemo und Umzingelung in Berlin
Follow us on twitter ...
Johannes Lichdi - für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächschen Landtag