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Lebenswerte Städte statt Verkehrswüsten

Mittwoch, 5. August 2009

Lebenswerte Städte – das sind Städte mit kurzen Wegen zwischen Wohnen, Erholen, Arbeiten, Lernen und Einkaufen. Städte, in denen Kinder und Familien ebenso wie Ältere sich wohlfühlen. Städte in denen sie notwendige Wege bequem und sicher zu Fuß, zu Rad oder mit öffentlichen Verkehrmitteln erreichen können. Autofahren dient als Ergänzung, wenn man weiter weg muss oder wenn es etwas zu transportieren gibt. So lässt sich unnötiger Autoverkehr vermeiden – und für den nicht vermeidbaren Autoverkehr genügt der vorhandene Straßenraum. Weniger Autos auf der Straße lassen den Menschen nicht mehr nur Raum zum Leben; weniger Verkehr heißt auch weniger Abgase und Lärm; wertvolle Rohstoffe werden geschont.

Doch wie sieht die Praxis im Freistaat aus? Sachsens Planungs- und Verkehrsbehörden schauen tatenlos zu, wie unsere Städte zersiedelt werden. Wohnbauflächen und Einzelhandel auf der Grünen Wiese, Abwanderung aus den Innenstädten, Schulschließungen und einseitig autoorientierte Verkehrspolitik zwingen die Menschen immer stärker zum Autofahren. Es entstehen neue, zusätzliche Belastungen durch Lärm, Feinstaub und Schadstoffe. Das führt wiederum dazu, dass Häuser an den lauten Straßen leer stehen und noch mehr Menschen in Eigenheimsiedlungen an den Stadtrand flüchten: Die Konsequenz: Noch mehr Auto müssen fahren. Ein Teufelskreis, den es zu durchbrechen gilt

Geradezu absurd ist die Situation bei der Vergabe von öffentlichen Geldern: Nach Sachsens Förderpraxis bekommen Städte und Gemeinden oft leichter einen vierspurigen Straßenausbau mit massiven Baumfällungen genehmigt, als eine platzsparend und ökologisch orientierte Straßensanierung. Als ob wir die finanziellen Ressourcen nicht dringender für wichtigere Dinge bräuchten!

Nicht zuletzt ist der Autoverkehr mit den derzeitigen Fahrzeugen einer unserer größten Klimaschädlinge! Die Zersiedlung der sächsischen Städte zerstört nicht nur Grünflächen, sondern auch unsere Atmosphäre. Soviel ist sicher: Sachsen wird in Zukunft unter dem schon jetzt nicht mehr abwendbaren Klimawandel leiden. Ein Grund mehr für uns GRÜNE, um jeden Baum, jeden Park, um jedes Stück Elbwiese – kurz um mehr Grün in unseren Städten und für eine bessere Verkehrspolitik zu kämpfen.


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