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Verlängerung der Grundschulzeit bis 6. Klasse ist keine Schule für Alle – deshalb lieber das grüne Original wählen

Mittwoch, 26. August 2009

Am 25. August meinte die FDP, in einer Pressemitteilung die SPD wegen des gescheiterten Vorhabens des längeren gemeinsamen Lernens in die Pfanne hauen zu müssen: "Die Wiederholung längst gebrochener Wahlversprechen macht die SPD nicht glaubwürdiger. Sie hatte in der Regierung fünf Jahre Zeit, das längere gemeinsame Lernen in Sachsen durchzusetzen. Warum sollten die Wähler gerade jetzt einer SPD glauben, die sich doch mit allen Mitteln an Dienstwagen und Pöstchen klammert?" Etwas verschämt wurde dann noch erwähnt: Die FDP Sachsen fordert in ihrem Programm zur Landtagswahl 2009 ein längeres gemeinsames Lernen bis zum Ende der 6. Klasse.

Im Kern heißt diese Forderung, dass die FDP das gegliederte Schulsystem beibehalten möchte. Vordergründig springt die Populistenpartei  - angesichts von 80 Prozent Zustimmung der sächsischen Bevölkerung – auf den Zug auf, der längeres gemeinsames Lernen heißt. Tatsächlich hat sie keine blasse Ahnung, was das bedeutet. FDP-Chef Zastrow machte das im Interview mit der Sächsischen Zeitung am 10. August deutlich: „Wir wollen die aufgeweichte Bildungsempfehlung für den Übergang zum Gymnasium wieder zurücknehmen. Der notwendige Notendurchschnitt liegt derzeit bei 2,5. Wir wollen ihn wieder hoch auf zwei setzen.“

Ein wirklich integratives System sieht anders aus: Bündnis 90/Die Grünen treten seit langem für die Abschaffung des gegliederten Schulsystems ein und fordern das längere gemeinsame Lernen bis zur 10. Klasse, wie sie in den meisten OECD-Ländern bereits praktiziert wird.  Eine Schule für Alle kommt ohne Bildungsempfehlungen aus, die auch nach der 6. Klasse in vielen Fällen fehlerhaft wäre.

Wir wollen die enge Kopplung zwischen Bildungserfolg und sozialer Herkunft auflösen. Die sächsische Zweigliedrigkeit ist auch kein Zwischenschritt zu einer Schule für alle, sondern verbaut die Reformperspektive für ein eingliedriges System. Das Modell der Zweigliedrigkeit blendet die Existenz des Sonderschulsystems und die Rechte von Schülern und Schülerinnen mit Behinderungen aus, als gäbe es keinen »Bildungskeller« unterhalb der Mittelschule.

Wer wirklich will, dass die Kinder in Sachsen künftig ohne soziale Auslese gemeinsam lernen, muss deshalb schwarz-gelb verhindern. Nur mit starken Grünen im Land können wir Gemeinschaftsschulen im Schulgesetz verankern.

www.gemeinschaftsschule-sachsen.de


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Johannes Lichdi - für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächschen Landtag