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Sachsens Grüne gründen die „Landesarbeitsgemeinschaft Sorbisches Leben“ (Serbske žiwjenje)

Die sächsischen Bündnisgrünen haben am vergangenen Freitag in Bautzen die Landesarbeitsgemeinschaft Serbske žiwjenje - Sorbisches Leben gegründet. Zum Sprecher wurde Robert Schneider (Robert Krawc) gewählt. Der Sorbe ist 36 Jahre alt und Diplom-Ingenieur (BA) für Umwelttechnik. Er wuchs in der sorbischen Oberlausitz (Ralbitz-Rosenthal) auf und wohnt jetzt in Bautzen. Schneider ist langjähriges Mitglied in mehreren sorbischen kulturellen Vereinen. „Mit der Landesarbeitsgemeinschaft schaffen wir eine Struktur, um besser vernetzt und sichtbarer für die Rechte der Sorben eintreten zu können“, erklärt Schneider.

Anlässlich der Gründungsversammlung wurde eine politische Erklärung verabschiedet. Neben dem Ziel, die sorbische Sprache und Kultur zu erhalten, soll auch das Selbst- und Mitbestimmungsrecht des sorbischen Volkes gestärkt werden. Landesarbeitsgemeinschaften sind Arbeitsgruppen, die innerhalb von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Sachsen kontinuierlich landes- und bundespolitische Themen bearbeiten. Sie geben Anregung für öffentliche Diskussionen und ergänzen die Arbeit des Landesvorstandes und der Kreisverbände. Sie stehen allen Mitgliedern offen. Darüber hinaus ist eine freie Mitarbeit von Nicht-Mitgliedern möglich.


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Politische Erklärung anlässlich der Gründung der sorbischen Landesarbeitsgemeinschaft von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Sachsen:

Die Geschichte und die Gegenwart Sachsens ist untrennbar mit dem Sorbischen verbunden. Die sorbische Sprache und Kultur haben Sachsen geprägt und sind für die Bewahrung seiner kulturellen Identität von zentraler Bedeutung. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Sachsen unterstützen alle Bemühungen, sie im Alltag, in Verwaltung, in Medien und in der Kultur lebendig zu erhalten und weiterzuentwickeln. Wir wollen die Förderung für die „Stiftung für das sorbische Volk“ erhöhen und regelmäßig anpassen. Wir wollen das sorbische Kindergarten- und Schulnetz sichern und das Angebot an Sorbisch-Unterricht für alle Generationen ausweiten. Die Aus- und Weiterbildung sorbisch sprechender Erzieher*innen und Lehrer*innen muss stärker gefördert werden. Die Präsenz der sorbischen Sprache im Bereich der digitalen Medien sowie in öffentlich-rechtlichen Medienangeboten wollen wir verbessern. Wir wollen eine gleichberechtigte Zweisprachigkeit im sorbischen Siedlungsgebiet gewährleisten, damit die sorbische Sprache im Alltag noch sichtbarer wird. Städte und Gemeinden im angestammten Siedlungsgebiet sollen auch amtlich zweisprachige Ortsnamen tragen.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Sachsen wollen die Selbst- und Mitbestimmung des sorbischen Volkes stärken. Der Dachverband der sorbischen Verbände in Sachsen soll wie in Brandenburg ein Verbandsklagerecht erhalten, um die Wahrung der Interessen des sorbischen Volkes durchsetzen zu können. In Angelegenheiten, die die Belange des sorbischen Volkes betreffen, haben der Sächsische Landtag und die Staatsregierung den Rat für sorbische Angelegenheiten zu hören. Wir wollen das Sächsische Sorbengesetz ändern, so dass wie in Brandenburg die Ratsmitglieder durch eine freie, gleiche, geheime und unmittelbare Wahl bestimmt werden. Weitergehend könnten einer unmittelbar durch das sorbische Volk demokratisch legitimierten sorbischen Volksvertretung durch eine Änderung der Sächsischen Verfassung die Rechte des Rats für sorbische Angelegenheiten sowie weitere Kompetenzen übertragen werden.