Eine Schule für alle bis zur 10. Klasse
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Sachsen streben eine zehnjährige gemeinsame Schulzeit an, wie sie von den meisten erfolgreichen Ländern bereits praktiziert wird. Durch gemeinsames Lernen in unterschiedlichen Leistungsniveaus können Leistung und Anstrengung gefordert und die individuellen Stärken gefördert werden. Dadurch ist es unmöglich, Schüler und Schülerinnen pauschal als leistungsschwach aufzugeben und in niedrigere Schulformen abzuschieben.
Die derzeitigen Schulabbrecher-Quoten sind skandalös, aber auch ein Hauptschulabschluss entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen der Wissensgesellschaft.
Die mittlere Reife muss der grundlegende Schulabschluss in Sachsen werden. Daran kann sich ein Abitur im Kurssystem, eine Berufsausbildung oder eine Kombination von Berufsausbildung mit Abitur anschließen. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN streben für Sachsen eine Abiturquote von mindestens 50 Prozent an.
Zeit für mehr! Echte Ganztagsschulen braucht das Land
„Zeit für mehr“ bedeutet nicht nur, den Unterricht auf den Nachmittag auszuweiten oder lediglich ein nachmittägliches Freizeitangebot zu schaffen. „Zeit für mehr“ bedeutet vor allem, mehr Zeit für eine moderne Pädagogik, für gute Diagnostik, für eine echte individuelle Förderung und für gute und durchdachte Öffnung der Schule nach außen.
Grundlage einer GRÜNEN Ganztagsschule ist der rhythmisierte, an den natürlichen Biorhythmen angepasste Unterricht. Nur so kann die gewonnene Zeit auch sinnvoll genutzt werden. Formelle wechseln sich mit informellen Lernphasen oder mit Freizeitangeboten ab. So kann effektiver und vor allem kindgerechter gelernt werden. Offene, neue Lernformen, in denen mehr eigenständig an Lernprojekten gearbeitet wird, brauchen Zeit. Diese Zeit kann der rhythmisierte Tagesablauf anbieten. Eine Ganztagsschule, die nicht nach dem Motto „Schüler quälen, Ganztag wählen!“ funktionieren soll, muss als Lebensraum gestaltet werden. Bereits heute ist die Motivation der an Schulen beteiligten Menschen häufig nicht besonders hoch. In einer Ganztagsschule, die nur eine verlängerte Halbtagsschule ist, wird das nicht besser. Deswegen ist es dringend notwendig, dass die Ganztagsschule zu einem angenehmen Lebensraum für Schülerinnen und Schüler wird, in dem sie sich wohl fühlen und der ihre geistige, kognitive, soziale und emotionale Entwicklung fördert. Im Zuge der Einführung echter Ganztagsschulen können auch endlich die klassischen Hausaufgaben abgeschafft werden.
Für eine individualisierte Lernkultur
Nur eine individualisierte Lernkultur jenseits pauschaler Leistungszuschreibungen wird allen Schülerinnen und Schülern gerecht und schafft so echte Chancengleichheit. Jeder Mensch lernt anders, Schülerinnen und Schüler lernen unterschiedlich schnell und sind von Lerngebiet zu Lerngebiet unterschiedlich begabt. Diese Erkenntnis kann genutzt werden, wenn von den starren Strukturen der Klassen, Stundenpläne und Jahrgänge abgegangen wird. Jahrgangsübergreifendes, selbstständiges Lernen in Lerngruppen mit einem wirkungsvollen Methodenmix aus Projektunterricht, selbstständigem Lernen, Einsatz von Medien und klassischen Lehrformen
muss den reinen Frontalunterricht ablösen. Die Aus- und Weiterbildung von Lehrerinnen und Lehrern muss dem Rechnung tragen. Auch dies setzt wiederum kleinere Klassen und zusätzliches Personal voraus.





