Ein Scheitern auf Raten
Weniger Lehrerinnen und Lehrer heißt weniger Vorbereitung auf Tests, Klausuren und Prüfungen und im Endeffekt schlechtere Chancen auf einen guten Abschluss bzw. auf einen guten Job. Der Lehrermangel wird sich in den nächsten Jahren verschlimmern, da bis 2020 ca. 9 000 Lehrer und Lehrerinnen aus dem Schuldienst ausscheiden. Bis 2017 werden pro Jahr über 500 und ab 2017 jährlich sogar ca. 1500 Lehrerstellen nicht mehr besetzt.
Bis 2030 werden über 80% der heutigen Lehrerinnen und Lehrer in Rente gehen. Es gibt jetzt schon zu wenig junge Lehrerinnen und Lehrer in Sachsen. Wegen einer falschen Hochschulpolitik standen über Jahre zu wenige Ausbildungsplätze zur Verfügung. Zudem kam es in der jüngsten Vergangenheit zu einem regelrechten Hick-Hack im Lehramtsstudium. Zweimal, kurz hintereinander, wurde das Studium umgestellt – was zu einer starken Verunsicherung der Studierenden führte.
Besonders wenige Einschreibungen gibt es bei Studiengängen für Grund- und Mittelschule. Das liegt auch an der schlechteren Bezahlung im Vergleich zum Gymnasium. Eine extrem schwierige Situation – denn die Schülerzahlen werden in den nächsten Jahren sogar steigen.
Um unsere Bildung also unsere Zukunft in Sachsen zu retten, muss gehandelt werden!
Daher fordern wir GRÜNE
- eine gerechte, faire und gleiche Bezahlung aller Lehrerinnen und Lehrer.
- eine Lehramtsausbildung die sich an der praktischen Umsetzung orientiert.
- Nicht-Lehrern einen Einstieg in den Lehrerberuf zu ermöglichen.
- eine Gemeinschaftsschule bis zum Abitur, mit denselben Chancen für alle.
- mehr Genauigkeit und Transparenz bei der Erfassung des Unterrichtsausfalls.
- ein belastbares und langfristiges Finanzkonzept, dass Bildung eine hohe Priorität einräumt.
GRÜNE Lösungen
Gerechte und faire Bezahlung aller Lehrerinnen und Lehrer
Maßgeblich bei der Wahl des Lehramts sind u.a. die unterschiedlichen Gehälter. Gymnasiallehrerinnen und Lehrer beziehen ein höheres Gehalt als Grundschullehrerinnen. Auch deswegen wollen mehr Studierende am Gymnasium unterrichten. Wir lehnen eine schulartbezogene Entlohnung von Lehrern als nicht mehr zeitgemäß ab und fordern gleichen Lohn für alle Lehrerinnen und Lehrer.
Umstellung der Lehreramtsausbildung
Neben einem Studium, das sich viel stärker an der schulischen Praxis orientiert, soll in der Lehramtsausbildung nicht mehr zwischen Mittelschule und Gymnasium unterschieden werden. Wir wollen die Lehramtsausbildung auf ein Stufenmodell (Primarstufe – Grundschule, Sekundarstufe – Mittelschule/Gymnasium) mit gleicher Qualität und Ausbildungslänge umstellen. Der Grundschule kommt eine Schlüsselfunktion zu. Deshalb sollen Studierende gerade dort in bildungswissenschaftlichen Seminaren stärker die Grundlagen des Lehrens lernen.
Seiteneinsteigerprogramm
Die Einbindung von Seiteneinsteigern kann helfen, besonders für Mangelfächer neue Lehrerinnen und Lehrer zu gewinnen. Ein umfassendes pädagogisches Studium für Seiteneinsteiger ins Lehramt braucht jedoch einen eigenständigen Studiengang. Den gibt es in Sachsen nicht! Deshalb wollen wir die Universitäten mit der Entwicklung eines solchen eigenständigen Masterstudienganges beauftragen.
Einführung der Gemeinschaftsschule
Um beste Lernbedingungen für alle Kinder zu erreichen, setzen wir uns für die Weiterentwicklung der Mittelschule zu einer Schule für Alle ein. Diese Gemeinschaftsschule soll jedem Kind offen stehen und alle Abschlüsse bis zum Abitur anbieten. Die Einführung der Gemeinschaftsschule garantiert darüber hinaus stabile Schülerzahlen vor Ort. Sie ermöglicht einen verlässlichen Schulnetzplan und verhindert ein weiteres Schulsterben im ländlichen Raum. Wir wollen den Gemeinschaftsschulen umfassende pädagogische, personelle sowie finanzielle und organisatorische Freiheiten geben, damit sie ihren Bildungsauftrag besser umsetzen können. Wir unterstützen regionale Verbünde und Kooperationen von Schulen und setzen auf das Wissen und die Erfahrung vor Ort.
Mehr Transparenz
Wenn Kinder in Ausfallstunden Aufgaben bekommen, die sie alleine ohne Fachlehrer bearbeiten, dann ist das keine Vertretung! Sachsens Staatsregierung zählt diese aber als solche. Um den tatsächlichen Unterrichtsausfall richtig einschätzen zu können, darf dies künftig nicht mehr geschehen. Die Zusammenlegung von Klassen ist zahlenmäßig und zeitlich zu begrenzen. Der Ausfall von Förderunterricht und Integrationsstunden muss erfasst werden. Darüber hinaus, gehören die Ausfallzahlen halbjährlich ungeschönt und öffentlich auf den Tisch – also klar erkennbar nach Schulart und Fächern. Sobald der Unterrichtsausfall in einem Fach 10% des Gesamtstundensolls überschreitet, müssen die Eltern- und Schülervertretung einer Schule zwingend in die Erarbeitung eines Maßnahmeplans einbezogen werden. Außerdem fordern wir ein eigenes Budget, damit Schulen eine kurzfristige Vertretung organisieren können.
Finanzielle Absicherung des Lehrerbedarfs
Die Personalausgaben für Lehrer betragen im Schuljahr 2011/12 rund 1,75 Milliarden Euro pro Jahr. Der gesamte Haushalt des Landes Sachsen hat ein Volumen von rund 16 Milliarden Euro. Der Mehrbedarf an Lehrerinnen wird nicht ohne eine Aufstockung der Mittel gedeckt werden können. Die Absicherung des zusätzlichen Finanzbedarfs in dreistelliger Millionenhöhe bis 2020 muss eine der zentralen Aufgaben der kommenden Jahre sein, trotz sinkender Mittel. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sind sich dieser Herausforderung bewusst.
Als teilnehmender Beobachter begleitet der Student der Politik- und Kommunikationswissenschaft die GRÜNE Bildungskampagne durch ganz Sachsen. Diskutiert, reflektiert und hört zu ... vor allem aber, schreibt er alles auf. Tourtagebuch lesen ...
| Bildungstour 2012 bei gruene_sachsen auf www.flickr.com |
Tourplan 2012
20. Juni Dresden
11:00 Uhr Neumarkt
12:30 - 14:00 Uhr Wallstr., Höhe Altmarktgalerie
21. Juni Markkleeberg
13:00 - 16:00 Uhr Mehringstr.
26. Juni Pirna
13:00 - 16:00 Uhr Dohnaische Str.
28. Juni Hoyerswerda
11:00 - 14:00 Uhr Lausitzer Platz, Eingang Lausitzhalle
5. Juli Radeberg
11:00 - 14:00 Uhr, Markt
9. Juli Chemnitz
14:00 - 17:00 Uhr, Neumarkt
12. Juli Meißen
15:30 Uhr
17. Juli Delitzsch
12:30 - 15:30 Uhr, Roßplatz
18. Juli Bautzen
14:00 - 17:00 Uhr
19. Juli Leipzig
12:00 - 15:00 Uhr, Petersstraße, Höhe Hugendubel
25. August Flöha
14:00 - 18:00 Uhr Flöhaer Straßenfest
30. August Freiberg
11:00 - 16:00 Uhr, Petersstraße
20. September Oschatz
11:00 - 14:00 Uhr, Neumarkt
24. September Auerbach/Vogtl.
10:00 - 15:00 Neumarkt
25. September Plauen
11:00 - 15:00 Uhr zw. Theatercafé und Stadtgalerie
29. November Zwickau
14:00 - 16:00 Uhr Marienplatz





