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Ohne Kultur ist Sachsen nur die Hälfte wert

Nicht alles ist Kultur, aber ohne Kultur ist alles nichts – so vielfältig, bunt, allumfassend und doch nicht immer konkret greifbar ist die Kultur. Es sind eben nicht nur die großen, berühmten Museen, Theater und Opern, mit denen Sachsen gern und zu Recht Werbung für sich selbst macht, sondern auch die Clubs, soziokulturellen Zentren, Laientheatergruppen, in denen die Leute sich selbst kreativ ausprobieren können. So genannte Hochkultur spielen wir nicht gegen so genannte Breitenkultur aus, uns sind sie gleich wichtig.

Kultur muss für alle erlebbar bleiben, ungeachtet ihrer sozialen und regionalen Herkunft und ihres Alters. Deshalb legen wir besonderen Wert auf kulturelle Bildung. Musische und künstlerische Erziehung entwickelt Kreativität, stärkt die Persönlichkeit und macht außerdem Spaß. Qualifiziertes Personal, das Kindern und Jugendlichen diese Erlebnisse ermöglicht, wollen (und müssen!) wir uns deshalb innerhalb und außerhalb der Schulen leisten.

Wir wollen die Bibliotheken als Kultur- und Bildungseinrichtungen stärken. Sie sind kleine kulturelle Zellen, hier soll jede und jeder, unabhängig von Geldbeutel und Wohnort, Zugang zu Wissen und Informationen finden. Damit dies so bleibt, brauchen Bibliotheken finanzielle Sicherheit. Dafür setzen wir uns ein.

Die Nutzung von Kulturgütern hat sich verändert. Musik und Filme, aber auch Texte und Bilder, sind heutzutage dank des Internets leicht zugänglich und leicht zu vervielfältigen. Das senkt die Kosten für diejenigen, die hören, sehen oder lesen wollen, erheblich. Für diejenigen, die diese Kunst schaffen, bleibt dadurch jedoch noch weniger übrig. Wir wollen, dass die einen für ihre kreative Leistung bezahlt, die anderen für die Nutzung des Internets nicht kriminalisiert werden. Freier Zugang zu Wissen und Kultur ist uns ein wichtiges Anliegen. Die Einführung einer Kulturflatrate, die die nicht-kommerzielle Nutzung von digitalen Kulturgütern ermöglicht, kann ein richtiger Weg dahin sein.

Sachsen braucht die Kreativen! Die Kultur- und Kreativwirtschaft bereichert uns alle. Künstler und in der Kreativszene Tätige unterhalten nicht nur Menschen, sondern ziehen mit ihren alternativen Lebensentwürfen und Arbeitsorten auch andere Unternehmungen an. Schon längst befinden wir uns mit Regionen in Deutschland und Europa in einem Wettlauf um die kreativen Köpfe. Wir wollen deshalb spezifische Wirtschaftsförderungsangebote für die Kulturwirtschaftsbranche und passende Informationsplattformen einführen.

Zwar hören viele Leute heute fast ausschließlich ihre Musik übers Internet. Trotzdem wollen wir, dass auch ein sächsischer Sender ein Qualitätsradio anbietet, das jenseits von Mainstream-Musik und ohne Quotierung unkonventionellen Bands Gehör verschafft und lokalen Bands die Chance gibt, gesendet zu werden.

Gerstenberg ist einzige kulturpolitische Leuchte

Zu dieser Einschätzung gelangt die DNN in ihrer Ausgabe vom 19.8. unter der Überschrift "Guter Wille, aber kaum Kompetenz". Dort heißt es zur Kulturkompetenz der Parteien: "[...] In der Tat ist außer bei den Bündnisgrünen auf den Kandidatenlisten niemand zu entdecken, der auf Anhieb als eine kulturpolitische Leuchte im künftigen LAndtag erscheinen könnte. [...]"