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POLENS EINSTIEG IN DIE ATOMKRAFT STOPPEN!

Keine Atomkraft in Polen!

Stellungnahmen noch bis zum 4. Januar 2012 möglich. Jetzt Protestbriefe und Einwände schreiben!

Polen bereitet den Einstieg in die Atomkraft vor. Dies hat das polnische Parlament bereits im Mai diesen Jahres beschlossen. Polen hat bislang keine eigenen Atomkraftwerke und deckt seinen Strombedarf zu 94 Prozent mit Kohlekraftwerken. Geplant sind zwei Atomkraftwerke mit einer Leistung von jeweils 3.000 Megawatt. 2020 soll der erste polnische Reaktor ans Netz gehen. Derzeit ist die Regierung auf Standortsuche - siehe unten.

Uns als Nachbarn kann es nicht egal sein, was in Polen passiert. Deshalb möchten wir die polnische Zivilgesellschaft in ihrem Engagement gegen den Bau von Atomkraftwerken und für eine Energiewende mit aller Kraft unterstützen. Wir müssen der polnischen Regierung klar machen, dass es für Atomkraftwerke prinzipiell keinen passenden Standort gibt!

Atomkraft ist hochgefährlich und birgt unkalkulierbare Risiken für Mensch und Umwelt. Die Katastrophen in Tschernobyl und Fukushima zeigen das enorme Ausmaß an Zerstörungskraft dieser Hochrisikotechnologie.

Radioaktivität macht nicht vor Grenzen halt, und der Bau von weiteren Atomkraftwerken erhöht die Gefahr von Verseuchung und Verstrahlung durch Leckagen, Störfälle und Erdbeben. Außerdem produzieren neue Atomkraftwerke laufend zusätzlichen hochgiftigen Atommüll, für dessen Lagerung bis heute keine sichere Lösung gefunden ist. Weitere Uran- und Atommülltransporte werden so unvermeidbar. Auch das Risiko von Transportunfällen, Flugzeugabstürzen und Anschlägen ist nicht beherrschbar.

Das polnische Wirtschaftsministerium spielt jedoch die realen Gefahren der Kernenergie herunter. Die Aussagen, dass schwerwiegende Havarien einmal pro 1 Million Jahre passieren und dann die Verabreichung von Kaliumjodidtabletten im Umkreis von 3 Kilometern ausreichen, sind nach Tschernobyl und Fukushima klar wiederlegt. Außerdem werden die Anforderung an die Prüfung von Alternativen zum Atomprogramm und EU-Vorgaben zum Ablauf der Umweltprüfung nicht erfüllt.

Standorte: Die im polnischen Kernenergieprogramm enthaltenen 28 potenziellen Standorte für Atomkraftwerke sind in drei verschiedene Kategorien eingeteilt: empfohlene Standorte, Reserve- und sonstige Vorschläge. Die vier empfohlenen Standorte sind Kopan (480 km von Dresden), Zarnowiec (580 km von Dresden), Nowe Miasto (560 km von Dresden) und Warta-Klempicz (310 km von Dresden). Die polnischen Behörden verweisen darauf, dass das Kernenergieprogramm keine Baugenehmigung für einen Kraftwerksstandort darstellt.

Protestbrief schreiben!

Schreiben an die zuständige Unterstaatssekretärin im polnischen Wirtschaftsministerium Hannah Trojanowska selbst formulieren oder Vorlagen verwenden - gute Muster und Textbausteine gibt es hier:

Atomprogramm verstößt gegen EU-Recht

Das Verfahren, mit dem Polen das Atomprogramm in Gang setzen will, weist schwere inhaltliche Fehler auf und verstößt gegen EU-Rechtsnormen. Weitere Informationen bei der GRÜNEN Fraktion in Brandenburg.

Alternative zum polnischen Atomprogramm

Bundesregierung muß Stellung beziehen! Antrag der GRÜNEN Bundestagsfraktion

Polnisches Kernenergieprogramm

Die Unterlagen sind im Internet einsehbar. Innerhalb der grenzüberschreitenden «Strategischen Umweltprüfung» kann Jede und Jeder im Zeitraum vom 5.10.2011 bis zum 4.1.2012 zu den Plänen Polens direkt Stellung nehmen.

Unterstützung der polnischen Zivilgesellschaft

Wie notwendig die Unterstützung der polnischen Zivilgesellschaft in ihrem Engagement gegen den Bau von Atomkraftwerken und für eine Energiewende ist, illustrieren diese beiden Artikel von www.boell.de:

Warum wir GRÜNEN mehr Frauen brauchen
Johannes Lichdi - für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächschen Landtag