Bessere Kindertagesstätten für Sachsen

Sachsen hat mit dem Sächsischen Bildungsplan eine gute fachliche Grundlage für die frühkindliche Bildung und Erziehung in den Kindertageseinrichtungen gelegt. Erzieherinnen und Erzieher sollen Kinder partnerschaftlich fördern und begleiten. Die Reflexion im Team und mit externen Fachkräften sollen die pädagogische Arbeit prüfen und verbessern. Die Eltern sollen aktiv in alle Prozesse der Kita einbezogen werden.
Soweit die schöne Theorie. Aber die alltägliche Realität weicht stark ab von den unverbindlichen Vorgaben des Bildungsplanes. Erzieherinnen und Erzieher wollen diese Vorgaben gern umsetzen und tun das ihnen Mögliche. Aber es fehlt ihnen die Zeit, auf jedes einzelne Kind einzugehen, ebenso wie für kollegiale Beratung und die Arbeit mit den Eltern. In vielen Kitas bemühen sich die Erzieherinnen und Erzieher mit großem Engagement um gute Bildung und Betreuung. Strukturelle Fehler kann dieses Engagement allein auf Dauer jedoch nicht ausgleichen.
Das Sächsische Kitagesetz schreibt vor, dass in Kindergärten eine Erzieherin 13 Kinder betreut. Für Kinder im Krippenalter kommen theoretisch sechs Kinder auf eine Erzieherin. Der Paritätische Wohlfahrtsverband hat in einer Umfrage in Kitas ermittelt, dass die Wirklichkeit anders aussieht: Rechnet man Ausfallzeiten durch Urlaub und Krankheit ein und beachtet, dass Erzieherinnen Zeit für Fortbildungen und Elterngespräche, Teambesprechung und die Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen wie Grundschulen benötigen, kommen auf eine Erzieherin im Kindergarten 20 und in der Krippe fast zehn Kinder. Eine individuelle Betreuung ist so nicht mehr möglich. Oft müssen die Erzieherinnen auch an der ‚kinderfreien’ Zeit sparen – also an Teambesprechungen, Dokumentation der Entwicklungsstufen, Veranstaltungen für Eltern.
Benachteiligt sind hierdurch besonders die Kinder von Eltern, die wenig Geld haben und ihren Kindern keine guten Bildungsprogramme außerhalb des Kindergartens, wie Sprach- oder Tanzunterricht zukaufen können. Diese Eltern und ihre Kinder sind ganz besonders auf die Qualität der Bildung in den Kindergärten angewiesen.
Dass dies nicht das Problem einiger weniger ist, beweisen die nüchternen Zahlen: sachsenweit haben etwa 40 Prozent aller Eltern von Kindern im Kindergartenalter ein so niedriges Einkommen, dass sie die Befreiung von den Kitagebühren in Anspruch nehmen können. Für diese Menschen Sicherheit zu schaffen, ist Sache der Landespolitik.
Seit Jahren setzen wir GRÜNEN uns als einzige Partei im Landtag dafür ein, dass die notwendigen Gelder für eine deutliche, schrittweise Verbesserung des Betreuungsschlüssels in den Landeshaushalt eingestellt werden. Bis heute bleiben diese Initiativen leider ohne Resonanz in der CDU-SPD-Regierung. Wir müssen aber dringend die Verbesserung des Betreuungsschlüssels auf die Tagesordnung setzen, denn unsere Ziele sind nicht von heute auf morgen zu erreichen. Wollen wir in Krippe und Kindergarten einen Betreuungsschlüssel von 1:4 bzw. 1:10 erreichen, braucht es in Sachsen 5.000 neue Erzieherinnen und Erzieher. Allein die Absenkung des Betreuungsschlüssels von 1:13 auf 1:12 wird 27 Mio. Euro kosten!
Das ist viel Geld, doch wir sind überzeugt: Sachsen braucht weniger Investitionen in Straßen, dafür mehr in die Köpfe. Ein oder zwei überdimensionierte Bauvorhaben im Jahr weniger ermöglichen es, die schrittweise Absenkung des Betreuungsschlüssels zu finanzieren. Das schafft allen Kindern bessere Perspektiven - und neue Arbeitsplätze hier in der Region.
Wenn Du was ändern willst, dann wähle zur Landtagswahl am 30. August mit der Listenstimme GRÜNE!




