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Auswirkungen der Kürzung der Jugendpauschale im ländlichen Raum

Die im Zuge der Sanierung des Landeshaushaltes vorgenommenen Kürzungen bei der so genannten Jugendpauschale haben im gesamten Freistaat ihre Spuren hinterlassen. Durch die Kürzung der Landeszuschüsse von 14,30 EUR auf 10,40 EUR pro junger Mensch und Jahr stehen dem Landkreis Meißen 230.000 EUR pro Jahr weniger zur Verfügung.

Allen Trägern im Bereich der freien Jugendhilfe wurden ihre Verträge mit dem Landkreis gekündigt, bis Jugendhilfeausschuss und Kreistag einen überarbeiteten Jugendhilfeplan beschlossen haben, der den veränderten finanziellen Rahmenbedingungen Rechnung trägt.

Faktisch wurde also der im Jugendhilfeplan ermittelte jugendhilfeplanerische Bedarf anhand von Excel-Tabellen und Kalkulationsprogrammen neu ermittelt und nicht entsprechend des Bedarfs der Betroffenen. Somit spiegelt der Jugendhilfeplan lediglich das unter den gegebenen Bedingungen finanziell Mögliche, nicht aber das sozialpolitisch Nötige wieder.

In der Regel haben sich die Arbeitsaufgaben für die betroffenen KollegInnen verdoppelt, so dass die zwar mal kurz bei den meist selbst verwalteten Jugendclubs im ländlichen Raum „Hallo“ sagen können, eine inhaltliche Arbeit aber kaum noch möglich ist. Mobile Sozialarbeit mit Jugendlichen im ländlichen Raum ist somit quasi auf eine Kontrollfunktion reduziert wurden.

Volker Herold, Kreisrat Meißen