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Bitte bei der Wahrheit bleiben, Frau von Schorlemer!

Wissenschaftsministerium redet Hochschulfinanzierung schön

In der Tagesschau am Mittag vom 13.6.2014 behauptete die Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Prof. Sabine von Schorlemer, die sächsischen Hochschulen würden bei der Finanzierung pro Student über dem Bundesdurchschnitt liegen. Der hochschulpolitische Sprecher unserer GRÜNEN Landtagsfraktion, Karl-Heinz Gerstenberg, ist gehörig erstaunt über diese Aussage:

"Bitte bei der Wahrheit bleiben, Frau von Schorlemer! Diese Behauptung ist an Unverfrorenheit kaum zu überbieten und angesichts der Fakten einfach falsch. Eine Flucht ins Schönreden verbessert die schwierige Lage der Hochschulen nicht."

"Wer nicht Äpfel mit Birnen vergleichen will, sollte zunächst die Zahlen des Statistischen Bundesamtes betrachten: Das gibt bei der Hochschulfinanzierung für die laufenden Grundmittel je Studierende einen Bundesdurchschnitt von 6.830 Euro an (Stand 2011), während Sachsen nur 6.350 Euro erreicht. Der viertletzte Platz unter den Bundesländern ist wahrlich kein Ruhmesblatt."

"Aber auch das sächsische Statistische Landesamt bestätigt in seinen "Hochschulindikatoren Ausgabe 2013" bei den laufenden Grundmitteln einen deutlichen Abstand zum Bundesdurchschnitt. Und selbst das Wissenschaftsministerium weiß es eigentlich besser: Sein Hochschulentwicklungsplan stellt anschaulich dar, wie die laufenden Grundmittel je Studierenden seit dem Jahr 2000 zurückgegangen sind und dass Sachsen weit unter dem Durchschnittswert der alten Flächenländer liegt. Da hilft keine Verweigerung der Realität, sondern nur eine Verbesserung der Grundfinanzierung um mindestens 50 Mio. Euro in einem ersten Schritt."

"Das gern von Staatsregierung und schwarz-gelber Koalition vorgebrachte Argument, diese Statistiken würden keine Investitionen in die Hochschulen und auch nicht deren hervorragende Drittmittelausstattung berücksichtigen, geht am Kern der Sache vorbei. Studienkapazitäten, Fächerangebote, Personalausstattung, faire Arbeitsverhältnisse, Lehrqualität - alle Herausforderungen, vor denen die sächsischen Hochschulen heute stehen, sind vor allem von der Grundfinanzierung abhängig und nicht von Investitionsmitteln. Was bringen uns schöne Lehrgebäude, wenn drinnen die Vorlesungen und Seminare überfüllt sind oder die Lehrenden mit Dreimonatsverträgen beschäftigt werden?"

 

Fakten nachzulesen hier:

Statistisches Bundesamt

Statistisches Landesamt