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Claudia Roth besuchte Riesa

Am 20. August 2005 startete der KV Riesa-Großenhain um Punkt 20.00 Uhr offiziell in den Bundestagswahlkampf. Dazu nutzte der KV den Umstand das die Bundesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Claudia Roth einen Besuch in Riesa angekündigt hatte. Claudia hatte den Besuch schon länger geplant, denn Riesa ist nicht nur für uns ein Schwerpunkt rechtsextremer Aktivitäten. In der Vorbereitungsphase wogen wir daher verschiedene Veranstaltungsformen ab, einigten uns aber dann letztendlich auf eine öffentliche Veranstaltung mit Podiumsdiskussion. Dazu hatten die bündnisgrünen neben grünen Prominenten und Kandidaten auch verschiedene Repräsentanten der Stadt Riesa - angefangen bei der Oberbürgermeisterin bis hin zu Vertretern der Jugend - und Sozialarbeit arbeit in der Stadt eingeladen. Leider sagten für die Veranstaltung sowohl Bürgermeisterin als auch Vertreter des BgR Riesa und Jugendreferat ab, so dass neben den Grünen Roth und MdB Petter Hettlich nur der parteilose Direktkandidat Thoralf Koß und Sven Augstein für das Netzwerk für Toleranz Großenhain  zu Verfügung standen.

Bis kurz vor 20.00 Uhr war der Festsaal als Veranstaltungsraum im Riesaer Riesenhügel dann auch mit über 40 BesucherInnen gut gefüllt - am Ende sollten es ca. 60 Besucherinnen & Besucher werden. Unter denen sich allerdings auch 3 unerwünschte "Gäste" in Form von NPD Vertretern / Sympathisanten befanden. Begonnen wurde die Veranstaltung mit  dem eindrucksvollen "Sage nein!" von  Konstantin Wecker gefolgt von einem Musikbeitrag auf der Gitarre der jungen Riesaer  Musikerin "Caro", die später am Abend noch weitere Auftritte hatte und mit ihrer Stimme und Texten beeindruckte.

Nach kurzer Begrüßung der Anwesenden und Bekanntgabe einiger kleiner demokratischer Spielregeln für die Versammlung begann Claudia Roth mit einer sehr eindrucksvollen Rede in der Demokratie, Zivilcourage und Antirassismus eine große Rolle spielten. Besonders Claudia's  Einsatz für die Menschenrechte und ihr Kampf gegen Diskriminierung jeder Art kam hierbei sehr stark zum Ausdruck. Anschließend kamen Sven Augstein vom Netzwerk Sachsen und Thoralf Koß zu Wort und gaben dem aufmerksamen Publikum einen
Überblick über die rechtsextremen Tendenzen und Entwicklungen in der Region Riesa - Großenhain. Dabei beeindruckte Thoralf Koß besonders mit seinem Ausflug in seine ganz persönliche Vergangenheit in der DDR und seinen Ansprüchen an die  Persönlichkeits-Entwicklung junger Menschen. Nach weiteren Redebeiträgen aus dem Podium kam es dann zur geplanten Fragerunde aus dem Publikum bei der wie nicht anders erwartet die Rechtsextremen sofort das Wort ergriffen und verschachtelte Fragesätze stellten in denen ihre verschrobene und menschenverachtende Weltsicht zum Ausdruck kam. Durch eine souveräne Gesprächsleitung und klare Antworten aus dem Podium gelang es diesen aber nicht Unruhe zu schüren und die Veranstaltung an sich zu ziehen. Bemerkenswert war u.a. das aus eben diesem Personenkreis heraus die im Saal hängenden verschieden Anti-Nazi-Plakate als diskriminierend bezeichnet wurden.

Nachdem  noch eine Frage aus dem Publikum zur aktuellen Politik und Koalitionsplänen der Bündnisgrünen nach der Bundestagswahl durch Claudia Roth beantwortet  wurden  - beendete der Moderator die Veranstaltung nach einem letzten Musikbeitrag von "Caro" und entließ die BesucherInnen in ein heftiges Sommergewitter.  Unterm Strich kann diese Abendveranstaltung als ein guter Erfolg verbucht werden, wenn auch für manchen Gast einige Fragen zur aktuellen Entwicklung Deutschlands und zukünftigen Politik etwas zu kurz kamen.

Uns bleibt noch allen, die in irgendeiner Form an der Veranstaltung beteiligt waren und uns tatkräftig unterstütz haben herzlichst zu danken. Und denen  die in letzte Minute ihre Teilnahme am Gespräch aus den verschiedensten Gründen abgesagt haben bieten wir an, außerhalb der Wahlkampfzeit sich an einem Tisch zusammen zu finden und zu eben dem brennenden Thema "Rechtsextremismus" zu diskutieren.