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Das föderale Bildungschaos in Deutschland als Grundlage für Alleinstellungsmerkmale von Bundesländern, oder wie Sachsen vom PISA – Gewinner zum Bildungsverlierer wurde

Seit 2005, als Ergebnis des deutschen  PISA - Desasters gibt es einheitliche und für gesamt Deutschland gültige Bildungsstandards. Dies schuf u.a. die Möglichkeit eines veränderten Ländervergleichs. So werden jetzt Kompetenzstände der SchülerInnen nach Jahrgangsstufen und nicht wie bisher nach Altersstufen getestet und verglichen. Diese Erhebung wurde 2009 in der Jahrgangsstufe 9 in Deutsch und der ersten Fremdsprache durchgeführt, d.h. alle die einen mittleren Abschluss (oder höher) ablegen werden. Soziale und kulturelle Bedingungen der SchülerInnen fanden dabei hinreichende Berücksichtigung. So wurden die fünf Kompetenzbereiche wie: Zuhören, Lesen und Orthografie in Deutsch sowie Hörverstehen und Leseverstehen in Englisch abgeprüft.

Ein Leistungsbruch verläuft zwischen Kindern wo beide Elternteilen einen Migrationhintergrund aufweisen und Kindern mit wenigstens einem deutschen Elternteil. Werden diese herausgerechnet, fallen Länder mit geringem Ausländeranteil deutlich zurück. Uns so haben wir unser sächsische Dilemma mit einem Migrationanteil von ca. 5% zählen wir zu den Schlechtesten in diesem bundesweiten Vergleich. Orthografisch hinkt Sachsen so etwas mehr als ein Jahr den Ländern Bayern und Baden Württemberg hinterher. Oder anders ausgedrückt sind mehr als 48 % aller Neuntklässler in Sachsen erreichen gerade mal die unterste von fünf Stufen oder weniger. Ein wesentlicher Grund für dieses schlechte Ergebnis ist, dass nach der Grundschule Orthografie an Bedeutung verliert und keine Bedeutung der Verbesserung der Lesekompetenz gelegt wird.. Im Gegensatz zu anderen Bundesländern wird in Sachsen keinerlei oder nur wenig Wert auf die Festigung dieser Standards speziell der Orthografie gelegt wird. Letztendlich verschlechtert dieser Mangel extrem die Chancen der Schüler eine gewünschte Lehrstelle zu erhalten. Ein transparentes Hervortreten dieses Faktors wird zur Zeit noch von der Demografie verdeckt.

Noch schlechter als das Ergebnis in Deutsch ist das Abschneiden der neuen Bundesländer in Englisch. Alle fünf bilden das unrühmliche Schlusslicht im Ländervergleich. Sachsen hebt sich weder positiv noch negativ aus diesen heraus. Das heißt der Sprachunterricht, hier Englisch ist in den alten Bundesländern wesentlich effektiver beim Erreichen der vorgegebenen Bildungsstandards. Ein erheblicher Grund ist in der gemeinsamen Vergangenheit der neuen Bundesländer begründet, in der Ausbildung der Lehrer, hier speziell der Englischlehrer in der DDR. Eine sofortige Qualifizierungsoffensive in der Lehreraus- und Weiterbildung würde lang- und kurzfristig zur Verbesserung führen. Also kein dilettantisches Herumdoktern am sächsischen Bildungssystem und Schönreden der Vergleiche sind gefragt, sondern sofortige effekttiefe Maßnahmen zur Verbesserung der Kompetenzen unserer Kinder.