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Frust und viel Arbeit

Die Frustration unter den Kollegen ist groß. Lange Arbeitstage, wenig Freizeit (eine gesetzlich verordnete 50-Stunden-Woche + Dienste + mindestens eine Stunde Pflichtweiterbildung wöchentlich), dazu materielle Haftung für richtige Medikamentenverordnung und Krankengymnastik, Massage, Sprach- und Ergotherapie und das für einen Stundenlohn für den viele Handwerker nicht einmal ein Angebot machen würden.

Die raschen Veränderungen von Gesetzen, Vorschriften, Verschreibungsmöglichkeiten und Verträgen, die mehr Wettbewerb bringen sollen, lassen uns den Überblick verlieren und verhindern eine patientengerechte Versorgung.

Wichtig wäre es, die Trennung zwischen ambulant und stationär aufzuheben, eine einheitliche Bezahlung über alle Sektoren einzuführen und die gesundheitsbewusste Eigenverantwortlichkeit des Patienten auch mit materieller Beteiligung einzuführen.

Von der Reform erwarte ich wenig Neues. Für die Patienten wird es teurer, vielleicht werden einige Medikamente etwas preiswerter. Eine tragfähige, zukunftsweisende Gesundheitspolitik ist nicht in Sicht.

Claudia Glanz, Ärztin mit eigener Praxis