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Grüne Hoffnungen

Alles außerhalb der sächsischen Metropolen gilt bei Antje Hermenau immer noch als ?Aufbauzone?. Sachsens neue grüne Fraktionschefin, die im September vom Bundestag zurück in den Dresdner Landtag wechselte, weiß um die Schwächen des eigenen Landesverbandes. Dennoch hat die resolute Leipzigerin große Pläne. Nach zehn Jahren außerparlamentarischer Opposition wollen die Grünen im Freistaat nicht länger nur eine Fußnote in der Landespolitik sein. Ein kleiner Parteitag soll am Sonnabend in Dresden die Richtung für die organisatorische und politische Aufbauarbeit vorgeben. Ganz vorn steht die Werbung neuer Mitglieder, um überall arbeitsfähige Kreisverbände zu schaffen. Die vorläufige Zielmarke von wieder über 1 000 Bündnisgrünen in Sachsen soll 2006 zur nächsten Bundestagswahl erreicht sein. Politisch will Hermenau bis dahin mit ihrer Mini-Fraktion vor allem bei Themen wie Umweltschutz und Technologieförderung punkten. Auch die Stichworte Schule, Kommunen und Finanzen stehen ganz oben auf ihrer Aufgabenliste. ?Mit der tauben und blinden CDU-Mehrheit ist endlich Schluss. Das bietet dem Land neue Chancen.?

Auf die wollen die Grünen auch in eigener Sache nicht verzichten. Im Januar 2005 steht die Neuwahl der Parteispitze an. Da der amtierende Landeschef Karl-Heinz Gerstenberg als Abgeordneter ins Parlament einzog und damit dem grünen Grundsatz ?Amt oder Mandat? Tribut zollen muss, sollen neue Leute ran. Im Gespräch ist unter anderem Klaus Krüger. Der freischaffende Architekt ist zurzeit Kreischef in der Sächsischen Schweiz. Dazu soll eine neue grüne Parteichefin kommen, deren Platz in der traditionellen Doppelspitze seit Jahren unbesetzt ist.

Hermenau sieht ihren Platz künftig aber allein im Landtag. Dort will sie mit allen anderen Fraktionen konstruktiv Sachpolitik betreiben. ?Mit allen, außer der NPD.? Als erstes größeres Vorhaben planen die Grünen ein eigenes Reformgesetz für die Minister- und Abgeordnetenversorgung. Im politischen Tagesgeschäft will man sich dagegen vor allem an der neuen CDU-SPD-Koalitionsregierung ?abarbeiten?.
(Sächsische Zeitung 20. 11. 2004)

Kreiskonferenz am Sonnabend, den 20. November, ab 10.30 Uhr in Dresden, Gewerkschaftshaus (Erdgeschoss), Schützenplatz 14