Sie sind hier: Aktuell

GRÜNE JUGEND will gentechnikfreies Sachsen

Vom 24.- 25. Juni 2006 traf sich die Grüne Jugend Sachsen in Dresden zu ihrer diesjährigen Wahlmitgliederversammlung. Auf der Tagesordnung standen neben den Wahlen zum neuen Landesvorstand unter anderem auch Anträge zu den Themen Grüne Gentechnik, Grundeinkommen, Ausbildungsplatzabgabe, Astronomieunterricht und Polizeigewalt.

In ihrem Leitantrag zum Thema Grüne Gentechnik fordert die Grüne Jugend Sachsen die Bundesregierung und den Landtag auf, Sachsen zur gentechnikfreien Region zu erklären. ?Die Bundesregierung und der Landtag sollten sich ein Beispiel an der Stadt Leipzig nehmen, die sich Anfang Juni 2006 zur gentechnikfreien Stadt erklärt hat.? so Hannes Merz, der neu gewählte Sprecher der Grünen Jugend Sachsen. Gründe für diese Forderung gibt es genug, so kann noch immer nicht ausgeschlossen werden, dass es durch langfristigen Konsum gentechnisch modifizierter Nahrungsmittel keine negativen Auswirkungen auf den menschlichen Körper gibt. Ebenso führt der Anbau solcher Pflanzen zu erheblichen Problemen - so kann die Verbreitung von Pollen gentechnischveränderter Pflanzen dazu führen, dass benachbarte konventionell oder ökologisch bewirtschaftete Bestände verunreinigt werden. ?Die Pollen gentechnisch veränderter Pflanzen beachten eben keine Ackergrenzen,? so Hannes Merz, ?außerdem werden durch den Anbau solcher Pflanzen ursprüngliche Artengrenzen ignoriert und die Artenvielfalt zerstört, dadurch Implementierung von Insekten- und Pflanzengiften in das Erbgut von Pflanzen vor allem nützliche Insekten getötet werden und so genannte ?Superunkräuter? Resistenzen gegen diese Gifte entwickeln können.? Ebenfalls wird durch den Anbau von Gen-Pflanzen in Entwicklungs- und Schwellenländern die globale Abhängigkeit erhöht und die Umwelt zerstört. So werden in Südamerika große Flächen Regenwald abgeholzt um Gen-Soja für Futtermittel anzubauen. Da diese Anbaugebiete durch multinationale Konzerne von Monsanto oder Bayer mit patentiertem Saatgut bestückt werden, wird die Abhängigkeit der örtlichen Landwirtschaft erhöht und die Konzerne können die Preise diktieren.

In den weiteren Anträgen fordert die Grüne Jugend Sachsen die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens, welches nicht nur ein Überleben sondern ein Leben mit der Möglichkeit der Teilhabe an der Gesellschaft ermöglichen soll. D.h. niemand muss arbeiten, weil er sonst verhungern würde, sich keine Mitgliedschaft in einem Sportverein, keine individuelle Weiterbildung oder Kleidung leisten könnte. ?Das Grundeinkommen gibt jedem Einzelnen die Möglichkeit sich frei zu entfalten und damit Deutschland die Möglichkeit, auf einen riesigen Pool zur Zeit brach liegender Innovationen und Kreativität zurückzugreifen, und sich damit weiterzuentwickeln.? gibt der Sprecher Hannes Merz zu bedenken. Finanziert werden soll das Grundeinkommen mehrheitlich über die Erhöhung der Mehrwertsteuer und über eine modifizierte Einkommenssteuer. Eine Basiskrankenversicherung ist im Grundeinkommen enthalten, sonstige Sozialleistungen (Sozialhilfe, Arbeitslosengeld oder Kindergeld) und Lohnnebenkosten (Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung) fallen weg, da dafür folglich kein Bedarf mehr besteht.

Die Einführung einer Ausbildungsplatzabgabe für Unternehmen, welche nicht ausbilden und die Beibehaltung des Astronomieunterrichts an Sächsischen Schulen sind andere Forderungen der Grünen Jugend Sachsen.

Zum Schutz von Demonstranten vor möglicher Polizeigewalt soll eine Nummerierung von Polizisten bei Demonstrationen und anderen geschlossenen Einsätzen eingeführt werden. Diese Nummerierung soll zur Wahrung der Anonymität der PolizistInnen vor jedem Einsatz neu generiert werden. ?Die Nummer soll Opfern von polizeilicher Willkür die Möglichkeit geben, über eine einzurichtende Hotline Kontakt zu den polizeilichen Konflikt- managerInnen aufzunehmen? so Hannes Merz. Natürlich unterstellt die Grüne Jugend Sachsen der Polizei nicht bei jeder Demonstration gewaltsam gegen die Teilnehmer vorzugehen, doch es dringen immer wieder solche Vorfälle an die Öffentlichkeit.

In den neuen Landesvorstand wurden als Sprecher Hannes Merz aus Pirna und Johannes Hauser aus Leipzig, als Schatzmeisterin Merve Anderson aus Zwickau, als BeisitzerInnen Sanja Hansen aus Leipzig, Andrea Sartorius aus Dresden und Marco Krüger aus Dresden gewählt. Der neue Landesvorstand möchte sich nochmals recht herzlich beim alten Landesvorstand für die gute Arbeit bedanken.