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GRÜNE: Wir müssen weg von einer autozentrierten Verkehrsplanung hin zur nachhaltigen Mobilität

Dresden.Leipzig. Zum Ende der Europäischen Mobilitiätswoche hat der Landesparteirat von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen in seiner Sitzung am vergangenen Sonnabend einen umfangreichen Forderungskatalog verabschiedet. Das Papier "Für eine andere Verkehrspolitik in Stadt und Land" weist gerade vor dem Hintergrund der wachsenden Städte Dresden, Chemnitz, Leipzig auf die Probleme einer autozentrierten Verkehrsplanung hin und macht Lösungswege deutlich.
Dazu erklärt Jürgen Kasek, Landesvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen:

"Wir brauchen ein generelles Umdenken in der Verkehrspolitik. Es ist mehr als offensichtlich, dass das Verkehrsnetz inzwischen überlastet ist. Wir brauchen nicht mehr, sondern weniger Autos auf den Straßen - gerade auch vor dem Hintergrund der Energiewende, die ohne Verkehrswende nicht denkbar ist.

Unser Ziel ist es den Autoanteil spürbar zu senken und eine nachhaltige Mobilität deutlich zu stärken. Dazu muss das SPD-geführte Verkehrsministerium endlich seine Richtung ändern - weg von der Förderung von Straßennetzen, hin zu einer wirkungsvollen Unterstützung des öffentlichen Nahverkehrs sowie des Fuß- und Radverkehrs."

"Erst mit gut organisierten Verkehrsmöglichkeiten bieten sowohl Sachsens ländliche Räume als auch die wachsenden Städte Dresden, Chemnitz, Leipzig die notwendige Umwelt- und Lebensqualität. Ausweitung von Car-Sharing-Möglichkeiten, Fahrradstationen an Knotenpunkten, ein integrierter Taktfahrplan, 90 % der Regionalisierungsmittel statt bisher 10 % für die Bestellung von Schienenperonalverkehrs-Leistungen - um nur einige Beispiele zu nennen.

"Nachdem auf unseren Druck hin die Landesbauordnung geändert wurde, wollen wir jetzt den nächsten Schritt gehen und eine rechtssichere Möglichkeit für Car-Sharing im öffentlichen Raum und autofreie Quartiere schaffen sowie Tempo 30 deutlich ausweiten, bei gleichzeitigem Stopp des Straßenausbaus."


BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen setzen sich ein für:

  • spürbare Senkung des Autoverkehrs zu Gunsten der Verkehrsarten des Umweltverbundes
  • Ausbau von Fuß- und Radwegen
  • stärkere Vernetzung der Verkehrsträger untereinander
  • ausreichende Finanzierung des ÖPNV/ SPNV und damit einen bezahlbaren öffentlichen Personennahverkehr
  • Schaffung eines integralen Taktfahrplanes
  • Straßenerhalt vor Neubau
  • Särkung des Fahrradverkehrs durch Ausbau eines Radverkehrsnetzes
  • Schaffung von Car-Sharing Stellplätzen im öffentlichen Raum
  • Schaffung von autoarmen Quartieren
  • Ausbau von Tempo 30


Vollständige Beschluss des Landesparteirates "Für eine andere Verkehrspolitik in Stadt und Land" (pdf-download)

 

Pressemitteilung 2016-72 vom 29.09.2016