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Ostsachsen: Doppelhochzeit möglich

Doppelhochzeit möglich

Kreisreform. Die Details sind verhandelt, nun muss jeder sehen, mit wem er am besten fährt.

Nicht-öffentlich? steht auf beiden Papieren, die die Einzelheiten aus den Verhandlungen zwischen Görlitz und dem Landkreis Löbau-Zittau sowie dem NOL-Kreis enthalten. Zu viele Informationen sollen offenbar nicht herausdringen, ehe der Görlitzer Stadtrat vermutlich im März darüber entscheidet, mit wem die Neißestadt weiterverhandeln möchte. Denn schon in den vorliegenden steckt genügend Brisanz. Während beispielsweise der Landkreis Löbau-Zittau seinem Nahverkehr in diesem Jahr erstmals nach vier Jahren wieder 200 000 Euro zuschießen will, soll der Görlitzer Stadtverkehr mit satten drei Millionen subventioniert werden. Umstritten auch die 300 000 Euro, die in die Kulturhauptstadtbewerbung fließen sollen. Oder der Kreissitz Görlitz.

Dass der Landkreis sich auf solch weit gehende, auch finanzielle Zugeständnisse einließ, zeigt, wie hoch die erwarteten Mehreinnahmen durch Zuschüsse und Kreisumlage aus Görlitz einerseits und Einsparungen durch Synergieeffekte andererseits sind. Derweil formiert sich politisch eine neue Stoßrichtung: Nicht Görlitz und ein Kreis sollen zum 1. Januar 2007 zusammengehen, sondern am besten wäre es, es gebe gleich eine Doppelhochzeit und den Neiße-Kreis. Die SPD und die Bündnisgrünen in der Region sind die Ersten, die dieses Ziel formulieren.

(Aus: Sächsische Zeitung, Lokalausgaben Görlitz, Löbau, Zittau, 24.01.2006)