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Sachsen muss Investitionen aus fossilen Energieträgern abziehen

Jürgen Kasek, Landesvorstandssprecher BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen

Dresden/Leipzig. Vor dem Hintergrund des Global Divestment Days am Samstag, den 13.02.2016, kritisieren BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen die Investitionen des Freistaates in fossile Energieträger.

"Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, Investitionen aus fossilen Energien in Sachsen abzuziehen (Divestment). Diese Investitionen zementieren die schmutzige Erzeugung von Energie auf Jahrzehnte und sabotieren bisherige Klimaschutzbemühungen. Die öffentliche Hand im Freistaat muss  als Vorbild vorangehen. Wir wollen die Anlagerichtlinien Sachsens an den Zielen des Klimaschutzes ausrichten. Bürgerinnen und Bürger sollten durch Aufklärungskampagnen für dieses Thema sensibilisiert werden", so Jürgen Kasek, Landesvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen.

"Steuergelder müssen dort ausgegeben werden, wo nachhaltige Innovationen stattfinden. Städte wie Münster haben gezeigt, dass Divestment auf kommunaler Ebene, ohne finanzielle Verluste funktionieren kann. In Deutschland nimmt die Divestment-Bewegung Fahrt auf, Sachsen sollte nicht, wie in so vielen Bereichen, Schlusslicht sein."

"Die Staatsregierung verschließt beim Klimaschutz ihre Augen. Während in anderen Bundesländern nachhaltig investiert und die Energiewende konsequent für den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen vorangetrieben wird, subventioniert der Freistaat weiterhin die klima- und umweltschädliche Braunkohle in der Lausitz und im Leipziger Land. Das ist weder verantwortungsvoll, noch haushälterisch vernünftig. Divestment lautet das Gebot der Stunde: Sachsen muss seine Investitionen aus fossilen Energieträgern abziehen" fordert Kasek.

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Hintergrund:
Divestment aus fossilen Energiequellen (engl. fossil fuel divestment) ist ein Bereich von Desinvestition, der sich auf Unternehmen bezieht, deren Geschäftsfeld die Extraktion, Verarbeitung und der Vertrieb fossiler Energieträger ist (Mineralöl- und Kohleindustrie). Divestment-Bewegungen fordern den Abzug von Investitionen aus fossile Energien und wenn möglich die Reinvestition in nachhaltige Anlagen. Übergreifendes Ziel aller Divestment-Bestrebungen ist die Begrenzung der globalen Erwärmung auf maximal 2 °C (Zwei-Grad-Ziel). Divestment ist somit eine Maßnahme zum Klimaschutz.

Auf dem Weltklimagipfel in Paris haben sich die Staaten darauf verständigt, den Klimawandel auf unter 2 Grad zu begrenzen. Um das zu  erreichen, darf der Großteil der fossilen Energieträger nicht verbrannt  werden. Laut Weltklimarat, müssen Investitionen in fossile Energieträger jährlich um 30 Milliarden Dollar reduziert werden, während Investitionen in  kohlenstoffarme Energiegewinnung um 147 Milliarden Dollar steigen müssen.

 

Pressemitteilung 2016-14 vom 12.02.2016