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Sachsens Grüne: CDU missbraucht Köhler als Werbeträger im Wahlkampf

Die Nachrichtenagentur ddp meldet:

Dresden (ddp). Die Grünen in Sachsen werfen der CDU vor, im Bundestagswahlkampf Bundespräsident Horst Köhler "als Werbeträger zu missbrauchen". Grünen-Landesgeschäftsführer Hubertus Grass nannte es unter Verweis auf mehrere Wahlkampagnen sächsischer Unionsbewerber am Freitag "geschmacklos, dass die CDU das Staatsoberhaupt in den Bundestagswahlkampf hineinzieht". Der Bundespräsident sei "überparteilich, die CDU in Sachsen degradiert ihn zur Litfasssäule", sagte Grass der Nachrichtenagentur ddp in Dresden.

Er führte die Internetseite der Bundestagsabgeordneten Maria Michalk (CDU), die Wahlkampfzeitung von Unions-Fraktionsvize Arnold Vaatz und einen Werbeflyer von Klaus Brähmig (CDU) als kritikwürdige Beispiele an. Dort ist Köhler auf Fotomotiven auch neben dem jeweiligen Unionskandidaten abgebildet.

Die CDU beschädige damit "Amt und Person" Köhlers, um im parteipolitischen Wettbewerb zu bestehen, monierte Grass. Er vermute, dass es dem Bundespräsidenten "oberpeinlich" sei, wie wenig Respekt ihm die CDU-Kandidaten entgegenbrächten.

Grass selbst kandidiert am Sonntag zwar als Grünen-Direktkandidat in der Sächsischen Schweiz gegen Brähmig. Er will seine Erststimme aber dem SPD-Gegenkandidaten Klaus Dieter Wolframm (SPD) geben, um damit ein möglicherweise wahlentscheidendes Überhangmandat für die CDU zu vermeiden. Überhangmandate werden dann vergeben, wenn eine Partei mehr Direktmandate erringt, als es ihrem Zweitstimmenanteil eigentlich entsprechen würde.