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Sparen ja – aber an der richtigen Stelle

Die „Gesundheitsreform“ wird das Loch in der Kasse nicht stopfen, glauben viele Mitarbeiter im Rettungsdienst.  Das Problem sehen wir zum einen in der Möglichkeit, mit dem Heilen Geld zu verdienen und zum anderen darin, dass einem Großteil der Patienten die Ursache für die ständig steigenden Kosten überhaupt nicht bewusst ist.

Patienten sind ungenügend über ihre eigenen Möglichkeiten, z.B. sich in einem Krankenhaus zur Notfallversorgung vorzustellen, aufgeklärt. Schon bei einfachsten Erkrankungen „organisiert“ man sich per 112 die Fahrt in die Klinik. Da kommen schnell einige hundert Euro „Fahrtkosten“ zusammen. Leitstelle und Rettungsdienst sind aber verpflichtet, Hilfe zu leisten.

Vielfach sind wir der Meinung, dass ein nichtärztlicher Betreuungsdienst effektiv und langfristig Kosten senken könnte. Oft reicht Zuspruch, einmal Blutdruck messen oder ein beruhigendes Wort aus, um Patienten zu Hause helfen zu können. Der geringste Teil der Einsätze im Rettungsdienst sind echte lebensbedrohliche Zustände.

Notärzte und Rettungswagenbesatzungen sind zunehmend frustriert, da man in Großstädten bis zu 20 mal in 24 Stunden unter Alarm und hoch motiviert zu Patienten fährt, dort dann der vermeintlich Schwerkranke freundlich die Tür öffnet und sich dann über unsere fragenden Gesichter wundert. Haben wir dann wirklich einmal Kranke an Bord, müssen wir teilweise lange in den Kliniken nach freien Betten suchen.

Kosten senken könnten aus unserer Sicht eine bessere Aufklärung der Patienten und ein mobiler Hausschwesterndienst der Dauerkranke zu Hause betreut (Blutzuckermessung, Blutdruckmessung).

Außerdem muss die Möglichkeit geschaffen werden, schwarze Schafe, die das Gesundheitssystem ausnutzen, an den Kosten zu beteiligen.

K.R., Rettungssanitäter