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Welt-Aids-Tag: GRÜNE fordern Prävention und Akzeptanz

Catharina Jäger, stellv. Landesvorstandssprecherin BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen

Anlässlich des 28. Welt-Aids-Tages am 1. Dezember 2015 erklären die Landesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen, Christin Bahnert und ihre Stellvertreterin, Catharina Jäger:

"Beim Umgang mit HIV und Aids bleibt noch viel zu tun. Auch wenn Deutschland eine der  niedrigsten Neuinfektionsraten in Europa aufweist (3.200 Neuinfektionen/Jahr), bedarf es weiter intensiver Präventionsarbeit. Unwissenheit und Vorurteile sind noch immer weit verbreitet."

"Menschen mit HIV-Infektion erleben vielfach Stigmatisierung und Ausgrenzung – im Alltag, im Berufsleben und im Gesundheitsbereich. Der aktive Kampf gegen Diskriminierung ist unerlässlich für eine erfolgreiche Strategie gegen HIV und Aids. Denn nur so ist ein angstfreier Zugang zu Präventions- und Therapieangeboten möglich. Dank frühzeitiger Behandlung und wirkungsvoller Medikamente können Menschen mit HIV-Infektion eine nahezu normale Lebenserwartung erreichen. Sie können arbeiten und am gesellschaftlichen Leben teilhaben."

"Notwendig sind in Deutschland  und Sachsen mehr zielgruppenspezifische und anonyme Testangebote. Denn etwa 16 Prozent der Menschen mit HIV wissen nichts von Ihrer Infektion und knapp 30 Prozent der neu diagnostizierten Personen leiden bereits an einem  fortgeschrittenen Immundefekt. Noch immer haben weltweit  Millionen Menschen keinen Zugang zu lebensrettenden HIV/Aids-Therapien. Gesundheit ist ein Menschenrecht. Daher muss die Bundesregierung weltweit Gesundheitssysteme stärken und den deutsche Beitrag für den Globalen Fonds zur weltweiten Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und  Malaria  deutlich auf 300 Millionen Euro erhöhen."

"Weltweit haben immer noch mehr als 20 Millionen Menschen keinen Zugang zu lebensnotwendigen Medikamenten. Fehlendes Geld und fehlender politischer Wille kosten Tausenden jährlich das Leben. Ein früher Therapiebeginn hilft den Betroffenen und verhindert, dass sich das HI-Virus ausbreitet. Dafür muss die internationale Staatengemeinschaft ausreichend Mittel bereitstellen. Die Bundesregierung hingegen kürzt ihre Mittel zur Bekämpfung von HIV und Aids, anstatt mehr internationale Verantwortung zu übernehmen."

"Schon heute steht leider fest: Europa hat sein Milleniumsziel, bis 2015 die Geschwindigkeit der Ausbreitung von HIV zu reduzieren, nicht erreicht. Das sollte die Welt aufrütteln, damit sie die Bekämpfung von HIV und Aids intensiviert. Es geht um viele Leben, die mit mehr Mut und Einsatz gerettet werden können."