Frühkindliche Bildung stärken

Die frühen Jahre sind entscheidend - diese Weisheit führen viele Munde. Allerdings hapert es an den (finanziellen) Voraussetzungen. Wir finden, Steuergeld muss schwerpunktmäßig Kitas, Schulen, Hochschulen und sozialen Einrichtungen zu Gute kommen. Kinder sollen sich in Kita und Tagespflege gut betreut fühlen und eine gezielte Förderung bekommen, insbesondere wenn sie aus sogenannten schwierigen Verhältnissen kommen. Nichtbehinderte und behinderte Kinder müssen gemeinsam spielen und lernen können. Eltern brauchen ein bedarfsgerechtes Angebot an Kita-Plätzen in Wohnort- oder Arbeitsplatznähe. Erzieherinnen und Erzieher sollen bestmöglich ausgebildet sein und in ausreichender Zahl vorhanden, damit sie ihr Können und Wissen auch den anvertrauten Kindern vermitteln können.

Sachsens Schulen weiterentwickeln

Die Schulen stehen vor sehr verschiedenen Herausforderungen. Während auf dem Land die Zahl der Kinder weiter abnimmt und die Schulwege lang und länger werden, platzen die Schulen in den Großstädten aus allen Nähten. In beiden Fällen sind die Lehrerinnen und Lehrer für eine hochwertige Ausbildung dieser bunt zusammen gewürftelten Kinderschar mit ihren individuellen Problemlagen verantwortlich. Um ihnen gerecht zu werden, brauchen wir genügend Lehrkräfte, die angemessen bezahlt und bestmöglich ausgebildet werden. Sie müssen von pädagogischen Fachkräften und Schulassistenten unterstützt werden, die die Inklusion von Kindern mit Behinderungen in Regelschulen fachlich begleiten können. Flächendeckend eingesetzte SchulsozialarbeiterInnen sollen den Schülerinnen und Schülern bei der Konfliktbewältigung helfen. Zu einer guten Lernumgebung gehören außerdem wohnortnahe Schulen, die saniert, barrierefrei und zeitgemäß ausgestattet sind.

Hochschule: fair statt prekär

Sachsens Hochschulen gehören seit Jahren zu den beliebtesten Sparschweinen der Landesregierung. Sie haben - in ihrer Mehrheit - zwar steigende Studierendenzahlen, leben aber von der Substanz. Das muss sich endlich ändern. Für die Zukunft ist es wichtig, dass sich die sächsischen Hochschulen intelligent und demokratisch organisieren, soziale Herkunftsschranken abbauen, attraktiver für weibliche und ausländische Studierende und WissenschaftlerInnen werden und optimale Bedingungen für den wissenschaftlichen Nachwuchs bieten. Voraussetzung ist die Erhöhung der Grundmittel je Studierendem. Derzeit liegt Sachsen am unteren Ende der Bundesländer. Um den Bundesdurchschnitt zu erreichen, wollen wir die Ausgaben um 50 Millionen Euro pro Jahr erhöhen. Die Qualität der Lehre soll einerseits durch die stärkere Berücksichtigung hochschuldidaktischer Fähigkeiten verbessert werden. Andererseits gehört dazu auch ein neuer, echter Mittelbau nach dem Motto: "Dauerstellen für Daueraufgaben". Die gängige Praxis der Befristungen von wenigen Wochen bzw. Monaten muss zur Ausnahme bei Schwangerschaftsvertreungen o.ä. werden.

Wissenschaft mit Verantwortung

Im Rahmen der Hochschulentwicklungsplanung wollen wir eine Neuausrichtung der Ingenieurfächer erreichen und die Kooperationen der Hochschulen untereinander sowie mit außeruniversitärer Forschung und Wirtschaft gezielt stärken. Sachsen sollte seine Potenziale nutzen und sich zu einem führenden Forschungs- und Ausbildungsstandort für regenerative Energieversorgung, Minderung des Primärenergiebedarfs, Energieeffizienz sowie postfossile Produktion und Mobilität entwickeln.
Die starke Position der technologieorientierten Wissenschaft darf allerdings nicht zulasten der geistes- und sozialwissenschaftlichen Forschung gehen. Wir wollen sie als Grundlage gesellschaftlicher Diskussionsprozesse stärken, damit sie Impulse für Herausforderungen wie Integration, Fragen der sozialen Ungleichheit und des demografischen Wandels sowie der Gestaltung einer Wissens- und Dienstleistungsgesellschaft geben kann.
Wir unterstützen die Einführung einer Zivilklausel an sächsischen Hochschulen. Für mehr Transparenz sollen Forschungstätigkeiten mit militärischem Hintergrund den akademischen Senaten angezeigt werden.
Öffentliches Geld für die Wissenschaft heißt für uns im Umkehrschluss, dass Forschungsergebnisse Öffentlichkeit und Wissenschaftswelt gebührenfrei im Netz zugänglich gemacht werden sollten. Wir sprechen uns daher für eine sogenannte Open-Access-Strategie aus, in welcher der Freistaat Vorschläge entwickelt, wie dieses Projekt vorangebracht werden kann.

Familien sind stark

Familienpolitik kann Familien stärken, wenn sie begleitende Beratungsstrukturen und Netzwerke anbietet, die Eltern bei Bedarf nutzen können.
Das fängt mit der Schwangerschaftskonfliktberatung und Familienhebammen an und reicht über Elternschulen, Erziehungskompetenztraining, Familienbildung und -erholung bis zur Ehe-, Partnerschafts- und Lebensberatung.
Familienpolitik beinhaltet deutlich mehr, als lediglich ein Betreuungssystem an die veränderten Anforderungen von Beruf und Familie anzupassen. Wir fordern eine Verbesserung des Zusammenspiels von Familie und Beruf für alle Elternteile und Familienkonstellationen, beispielsweise durch bedarfsgerechte Kita-Plätze, familienfreundliche Arbeitsbedingungen, Erhöhung des Anreizes für Teilzeitarbeit für Väter im öffentlichen Dienst und in der Privatwirtschaft, gezielte Beratung beim Wiedereinstieg sowie flankierende Qualifizierung und Weiterbildung.
Unsere Gesellschaft ist bunt, dem sollte Familienpolitik dringend Rechnung tragen. Wir engagieren uns deshalb für eine breite Akzeptanz von vielfältigen Familienformen, ob traditionelle Kleinfamilie oder Großfamilien, Ein-Eltern-Familien, Patchwork- oder Regenbogenfamilien. Wir wollen außerdem Kinder und ihre sozialen, also nicht leiblichen Eltern, stärken.

Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf Schutz und Beteiligung

Kinder und Jugendliche haben eigene Rechte: Rechte auf Schutz, Förderung und Beteiligung. So steht es in der UN-Kinderrechtskonvention, die auch die Bundesrepublik unterschrieben hat. Alle Versuche der GRÜNEN, dies im Landesrecht umzusetzen, prallten bisher an der Landesregierung ab. Wir bleiben dennoch bei unserer Forderung, dass Kinderrechte in die sächsische Verfassung aufgenommen werden müssen.
Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf Schutz - dazu gehört insbesondere die Gewissheit, Hilfe zu bekommen, wenn sie notwendig ist. Dafür brauchen wir in Stadt und Land Einrichtungen, die für alle leicht zugänglich sind: Krippe, Kita, Hort, aber auch Jugendhäuser, Kultureinrichtungen und Sportstätten.
Was allzu leicht vergessen wird, ist das Recht der Kinder und Jugendlichen auf Beteiligung bei allen Entscheidungen, die ihr Leben unmittelbar berühren. Die eigenen Interessen zu äußern, muss für eine lebendige Demokratie genauso gelernt werden wie die Auseinandersetzug mit den Interessen anderer. Um diesen Prozess zu begleiten, sollen Kommunen, Landkreise, öffentliche und freie Träger auf eine landesweite Servicestelle, Kinder und Jugendliche auf Ansprechpartner vor Ort zurückgreifen können.

Sachsen wächst mit Kultur

Kultur und Kunst sind Möglichkeiten des Austausches, der Selbstverständigung und haben einen Eigenwert, den es vor allen anderen Effekten auf Wirtschaft und Tourismus anzuerkennen gilt. Kunst und Kultur brauchen Freiheit und Freiraum zum Experimentieren und Arbeiten.
Unser vorrangiges Ziel ist es, die Angebote an Kunst, Kultur und kultureller Bildung in allen Städten und Regionen zu erhalten. Dafür müssen wir die solidarische Kulturraumförderung reformieren. Wir wollen insbesondere die Bibliotheken als Bildungsorte, Medienzentren und Kultureinrichtungen so stärken, dass sie über die Großstädte hinaus erhalten bleiben. Wir haben Vorschläge und Ideen, wie die Förderpolitik in Sachsen so verändert werden kann, dass Kultur und Kreativwirtschaft ihr Potenzial entfalten können.
Doch was wären Kunst und Kultur ohne Publikum? Wir haben den Anspruch, allen Menschen diesen Zugang zu ermöglichen - Wohnort, Geldbeutel, soziale Herkunft oder Behinderung dürfen Interessierte nicht von Kunst und Kultur ausschließen.

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